Stundenverrechnungssatz im Elektrohandwerk berechnen
Das nimmst du mit
- ✓Warum dein Verrechnungssatz weit über dem Stundenlohn liegt
- ✓Wie du die wirklich produktiven Stunden ermittelst
- ✓Welche Kosten alle mit eingerechnet werden müssen
- ✓Ein nachvollziehbarer Rechenweg zum Selberrechnen
„Was kostet bei dir die Stunde?" – die Frage klingt simpel, ist aber die wichtigste deines Betriebs. Denn wer den Verrechnungssatz zu niedrig ansetzt, arbeitet fleißig und verdient trotzdem nichts. Der häufigste Fehler dabei: den Stundenlohn mit dem Verrechnungssatz zu verwechseln. Wir rechnen das einmal sauber durch.
Der Denkfehler: Lohn ist nicht Verrechnungssatz
Was dein Geselle pro Stunde bekommt, ist sein Lohn. Was die Stunde im Angebot kosten muss, ist der Verrechnungssatz – und der liegt deutlich höher. Der Grund: Eine bezahlte Arbeitsstunde ist nicht gleich eine verrechenbare Stunde, und auf dem Lohn sitzt ein ganzer Rucksack an Kosten.
Wer den Lohn als Stundenpreis nimmt, deckt nicht einmal die eigenen Kosten. Der Betrieb läuft, der Kontostand nicht.
Schritt 1: die produktiven Stunden
Ein Mitarbeiter ist nicht 2.080 Stunden im Jahr auf der Baustelle. Davon ab gehen Urlaub, Krankheit, Feiertage, Fortbildung – und unproduktive Zeiten wie Fahrten, Lager, Werkstatt, Büro. Übrig bleiben die produktiven Stunden, die du tatsächlich verrechnen kannst. Genau auf diese Stunden müssen sich alle Kosten verteilen.
Das ist der entscheidende Hebel: Je ehrlicher du die unproduktive Zeit abziehst, desto realistischer dein Satz. Wer mit „voller Jahresarbeitszeit" rechnet, rechnet sich arm.
Schritt 2: alle Kosten zusammentragen
Auf die produktiven Stunden kommen:
- Lohn plus Lohnnebenkosten (Sozialabgaben, bezahlte Abwesenheit)
- Gemeinkosten – Fahrzeug, Werkzeug, Versicherungen, Miete, Büro, Software, Verwaltung
- Kalkulatorische Kosten – z. B. ein Unternehmerlohn, wenn du selbst mitarbeitest
- Gewinnaufschlag – sonst kalkulierst du nur zum Selbstkostenpreis
Schritt 3: der Rechenweg
Das Prinzip in einer Zeile – mit frei gewählten Beispielzahlen, keine Branchenwerte:
Verrechnungssatz berechnen
Die Zahlen dienen nur dem Verständnis – deine echten Werte sehen anders aus. Wichtig ist der Weg: alle Kosten ehrlich erfassen, durch die wirklich verrechenbaren Stunden teilen.
Wie Leyto dir die Grundlage liefert
Ein guter Verrechnungssatz steht und fällt mit ehrlichen Zahlen – und genau die hat man im Kopf selten parat. Leyto erfasst über Zeiterfassung die tatsächlich gearbeiteten Zeiten und macht im KI-Cockpit sichtbar, wo dein Umsatz und deine Auslastung wirklich stehen. So kalkulierst du nicht aus dem Bauch, sondern auf Basis dessen, was in deinem Betrieb tatsächlich passiert.
Fazit
Der Verrechnungssatz ist kein Bauchwert: Zieh die unproduktiven Stunden ehrlich ab, trag alle Kosten zusammen, leg den Gewinn drauf und teile durch die verrechenbaren Stunden. Wer das einmal sauber rechnet, hört auf, fleißig zu arbeiten und trotzdem draufzuzahlen.
Stand: Juni 2026. Die genannten Zahlen sind frei gewählte Beispiele zur Veranschaulichung, keine Branchenwerte. Maßgeblich sind deine tatsächlichen Betriebszahlen; im Zweifel hilft dein Steuerberater bei der Kalkulation.