Kalkulation & Angebote

Kupferzuschlag verstehen statt Rätselraten

Von Henning Bremer7 Min. LesezeitStand: Juni 2026

Das nimmst du mit

  • Die drei Bausteine: Kupferbasis, Kupferzahl, Tagesnotierung
  • Warum es die DEL-Notiz so nicht mehr gibt
  • Die Formel – mit klarem Rechenbeispiel
  • Wie der Zuschlag automatisch ins Angebot kommt
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Kupferzuschlag berechnen

Kabel, Leitungen, Adern – überall steckt Kupfer drin, und Kupfer schwankt im Preis. Damit nicht jeder Lieferant bei jeder Schwankung neue Preise drucken muss, gibt es den Kupferzuschlag. Klingt nach einem dieser Posten, die man einfach übernimmt. Aber wer versteht, wie er zustande kommt, verschenkt kein Geld – und kann ihn sauber begründen.

Die drei Bausteine

Der Kupferzuschlag basiert immer auf denselben drei Größen:

1. Die Kupferbasis. Das ist der Kupferanteil, der im Katalog- oder Listenpreis schon eingerechnet ist – angegeben in Euro pro 100 kg. Üblich sind 150 €/100 kg. Manche Erdkabel werden mit einer Kupferbasis von 0 € geführt (sogenannter „Hohlpreis"), bei Fernmeldekabeln sind oft 100 € hinterlegt. Wichtig: Die Basis ist kein Marktpreis, sondern eine Rechengröße.

2. Die Kupferzahl. Sie sagt, wie viel Kupfer in einem Kabel steckt – in Kilogramm pro Kilometer. Diese Zahl steht im Katalog des Herstellers.

3. Die Tagesnotierung. Der aktuelle Kupferpreis, ebenfalls in Euro pro 100 kg. Und hier wird's interessant – dazu gleich mehr.

Die DEL-Notiz gibt es so nicht mehr

Lange war die Referenz die DEL-Notiz – „Deutsches Elektrolytkupfer für Leitzwecke", 99,5 % rein. Diese ursprüngliche Notierung der Schutzvereinigung wurde aber am 14. Februar 2022 eingestellt.

Heute wird stattdessen mit abgeleiteten Notierungen gearbeitet, die sich an der Börse (LME) orientieren – etwa von Westmetall, Südkupfer oder der BCP-Notierung – jeweils zuzüglich Bezugskosten von rund 1 bis 2 %. Wer noch „mit der DEL" rechnet, meint also faktisch eine dieser Nachfolge-Notierungen. Gut zu wissen, wenn ein Lieferant oder Kunde nach der Grundlage fragt.

So wird gerechnet

Die Formel ist überschaubar – und mit Beispielzahlen schnell durchgerechnet (keine Tagespreise, nur zur Veranschaulichung):

Kupferzuschlag berechnen

Kupferzuschlag = Kupferzahl × (Tagesnotierung + Bezugskosten Kupferbasis) ÷ 100
Kupferzahl100 kg/km
Tagesnotierung (Beispiel)950 €/100 kg
Bezugskosten (~1,5 %)15 €/100 kg
Kupferbasis150 €/100 kg
100 × (950 + 15 − 150) ÷ 100815 € pro km

Dieser Zuschlag kommt bei der Rechnungsstellung auf den Listenpreis obendrauf. Die Zahlen oben dienen nur dem Verständnis – der echte Wert hängt von der Notierung des jeweiligen Tages ab und ändert sich laufend.

Warum von Hand fehleranfällig ist

Jetzt stell dir das im Alltag vor: mehrere Kabeltypen, jeder mit eigener Kupferzahl, dazu eine Notierung, die sich täglich bewegt. Wer das per Hand pflegt, rechnet entweder mit veralteten Werten – oder lässt den Zuschlag aus Bequemlichkeit ganz weg. Beides kostet bares Geld, gerade bei kupferlastigen Aufträgen.

Wie Leyto das automatisch macht

Genau dafür sind in Leyto die Live-Materialpreise (IDS-Connect) da: aktuelle Preise und Verfügbarkeit direkt vom Großhandel – inklusive Kupferzuschlag. Du musst die Notierung nicht selbst nachschlagen und keine Kupferzahlen pflegen. Der Zuschlag landet mit dem aktuellen Wert im Angebot, statt im Eifer des Gefechts unterzugehen.

Fazit

Der Kupferzuschlag ist kein Hexenwerk: Kupferbasis, Kupferzahl, Tagesnotierung – und eine kurze Formel. Wer das Prinzip kennt, kann den Posten erklären und verschenkt nichts. Und wer die aktuellen Preise automatisch zieht, muss gar nicht erst von Hand rechnen.

Stand: Juni 2026. Kupferpreise und Notierungen schwanken täglich; die genannten Werte sind Beispiele zur Veranschaulichung, keine tagesaktuellen Preise. Maßgeblich sind die jeweils gültigen Notierungen und die Angaben deines Großhändlers bzw. Herstellers.

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